Geschichte des Fördervereins der NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld

Nach langen Debatten um das Wo und Wie eines Gedenkortes an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus und die Opfer der NS-Diktatur in Krefeld wurde am 24. November 1991 die NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld, damals noch NS-Dokumentations- und Begegnungszentrum, in der Friedrich-Ebert-Straße 42 eröffnet.

Entscheidend für die Ortswahl war die Doppelgeschichte des Hauses: einerseits enthielt es die einzigen Wandbilder des von den Nazis verfemten Künstlers Heinrich Campendonk, andererseits war es einst das Wohnhaus des von den Nazis ermordeten Juden Richard Merländer. Obwohl es eine grundsätzliche Übereinstimmung zwischen allen Parteien über die Notwendigkeit der Einrichtung eines städtischen Gedenkortes gab, war die Institution in dieser Form nicht unumstritten. Aus diesem Grunde gab es schon vor der offiziellen Eröffnung im politischen Raum Überlegungen, einen Förderkreis zu bilden, der die Arbeit in der Villa Merländer mit Rat und Tat unterstützen sollte.

Aus kleinen Anfängen entstand im Laufe der Jahre ein Verein, dessen Mitgliederzahl sich mittlerweile stabil um ca. 175 bewegt. Der Förderkreis geriet 1996 in Bedrängnis, als die Büros und die Bibliothek der Dokumentationsstelle auf Grund einer Mehrheitsentscheidung des Stadtrates in das Stadtarchiv umziehen mussten. Damit war die örtliche Einheit in der Forschung und vor allem der Betreuung von Besuchern an der Friedrich-Ebert-Straße nicht mehr gegeben. Der Förderverein bemüht sich seit dem, diese Einheit wieder herzustellen und der NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld eine ausreichende personelle und finanzielle Grundausstattung zu verschaffen.

Über die Jahre sorgte der Verein immer wieder für die Bereitstellung von Mitteln, die aus dem städtischen Etat nicht aufzubringen waren - für zusätzliches unterstützendes Personal, technische Ausstattung, einzelne Projekte und die bunte Mischung des Veranstaltungsprogramms. Derzeit bemüht sich der Verein um ein Kulturprogramm, das auch weniger bekannte Werke expressionistischer Kunst vorstellt. Die Campendonk-Bilder aus dem Jahre 1925 sollen damit in den Zusammenhang mit ihrer Entstehungszeit gebracht werden. Das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder ermöglicht darüber hinaus zusätzliche Öffnungszeiten in der Villa Merländer und die Teilnahme der Gedenkstätte an Aktionen wie dem Internationalen Museumstag, dem Kulturmarkt und dem Denkmaltag, wo viele helfende Hände gebraucht werden.

Chronik

Wenn Sie besonderes Interesse an der Vereinsgeschichte haben, können Sie sich die folgende Vereinschronik ansehen.