Unsere Ehrenmitglieder

Wilma und Herbert Campendonk

Das Ehepaar Wilma und Herbert Campendonk unterstützte den Villa Merländer e.V. gerade in der schwierigen Gründungsphase. Sie standen dem Verein und der NS-Dokumentationsstelle mit Rat und (finanzieller) Tat zur Seite. Herbert Campendonk (1915-2008) war der Sohn des Künstlers Heinrich Campendonk. Er selbst hatte die besondere Begabung des Vaters nicht geerbt und schlug eine Karriere im kaufmännischen Bereich ein. Nach dem Tode seiner Stiefmutter übernahm er das Erbe des Vaters. Die Campendonks nahmen bis ins hohe Alter am kulturellen Leben teil und waren häufige und gern gesehene Gäste in der Villa Merländer.

Aurel Billstein

Aurel Billstein (1901-1996) legte die ideellen Grundlagen für einen Erinnerungsort an die Opfer des Nationalsozialismus in Krefeld. Der gelernte Schlosser begann nach seinem Berufsleben mit der Erforschung der Tätigkeit der Gestapo in Krefeld und veröffentlichte eine der ersten Lokalstudien über die NS-Zeit. Durch seine Initiative wurden in Krefeld eine Reihe von Denkmalen errichtet und schließlich auch ein Dokumentationszentrum in der Villa Merländer.

Antrieb für Aurel Billstein waren seine eigenen Erfahrungen: Als Kommunist wurde er 1933 ein erstes Mal verhaftet. Einer zweiten Festnahme wegen Unterstützung der illegalen KPD folgte eine jahrelange Haftstrafe. Er musste Entbehrungen und Demütigungen erdulden und Leiden und Tod vieler Genossen ertragen. Aurel Billstein wurde 1990 zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. 1991 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Rudolf Pilger

Rudolf Pilger (1926) ist Vereinsmitglied der ersten Stunde. Seinem unermüdlichen Einsatz ist zu verdanken, dass der Verein auf solide finanzielle Füße gestellt werden konnte. Als junger Mensch musste Rudolf Pilger die NS-Diktatur und ihre Folgen am eigenen Leibe erleiden (Einberufung zur Wehrmacht, Verwundung, Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion). Nach seiner beruflichen Karriere in der chemischen Industrie absolvierte Rudolf Pilger ein Geschichtsstudium. Er engagierte sich in zahlreichen Vereinen ‒ unter anderen dem Verein für Heimatkunde und der Geschichtswerkstatt Krefeld ‒ und nutze seine vielen Kontakte, um für die Belange der Villa Merländer zu werben.

Dr. Eugen Gerritz

Der frühere Landtagsabgeordnete und Ratsherr Dr. Eugen Gerritz war in den Jahren 1999 bis 2005 Vereinsvorsitzender. Es war das einzige Amt, das er nach Abschluss seiner Tätigkeit als Kulturpolitiker auf Landes- und Bundesebene annahm. Die Förderung der Gedenkstätte war ihm ein persönliches Anliegen. Voller Enthusiasmus verkündete Dr. Gerritz 1999 das baldige Anwachsen des Vereins zu einer "Volksbewegung". Letzteres stellte sich im Laufe der Zeit als zu kühne Perspektive heraus. Aber in der Richtung lässt sich gut weiterarbeiten. Die Ehrenmitgliedschaft wurde ihm anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Einrichtung verliehen.

Literaturtipps

Billstein, Aurel: Der eine fällt, die andern rücken nach... Dokumente des Widerstandes und der Verfolgung in Krefeld 1933-1945, Frankfurt/Main 1973

Die Billstein-Briefe 1933-1945. Ein Briefwechsel aus Gefängnissen, Lagern und dem Bewährungsbataillon 999. Ausgewählt und bearbeitet von Ingrid Schupetta, Krefeld 1992 (Edition Billstein, Band 2)