Veranstaltungen

Donnerstag, 21. Februar 2019 um 19:30 Uhr

Vortrag | Dr. habil. Ludger Heid | Jiddisch und der jüdische Witz. Abenteuer einer Sprache

Die jiddische Sprache hat ihren Ursprung im Mittelalter. Ihre Strukturen beruhen - historisch gesehen - auf mittel- und oberdeutschen Dialekten. Der Wörterbestand setzt sich aus - mehrheitlich - deutschen, hebräisch-aramäischen, romanischen, slawischen und Elementen der „Gaunersprache“ zusammen. Jiddisch ist - verkürzt gesprochen - das Mittelhochdeutsch, das die Juden in Deutschland mit ins Ghetto hinein- und dann - als die Ghettomauern Jahrhunderte später fielen - wieder mit hinausgenommen haben. Der Ausbau des Jiddischen zu einer modernen Verkehrs- und Literatursprache erfolgte im 19. Jahrhundert - in ständiger Konkurrenz mit dem Hebräischen, aber auch mit dem Deutschen, Polnischen und Russischen. Seit dem späten 19. Jahrhundert gelangte das Jiddisch an seinen Ursprungsort – Deutschland - zurück und sah sich zunehmender Aversion ausgesetzt nicht nur durch Nichtjuden, sondern der alteingesessenen deutschen Juden.

Der jüdische Witz ist ohne das Jiddisch gar nicht denkbar und versteht sich aus dem Wunsch, die alltäglichen Bedrückungen zu kompensieren. Und doch ist das Jiddisch eine Kultursprache, deren sich Schriftsteller bedient haben, die mit ihr Weltliteratur schufen.

Kurz-Vita L. Joseph Heid

Priv.-Doz. Dr. L. Joseph Heid, Historiker, Literaturwissenschaftler, Publizist, Promotion 1982 (Universität Duisburg), Habilitation 1993 (Universität Potsdam), Venia legendi für Neuere Geschichte. Zahlreiche Publikation zur deutsch-jüdischen Beziehungs- und Literaturgeschichte, Sozialgeschichte (Arbeiterbewegung) und zum Ostjudentum, u.a.: Deutsch-Jüdische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert (1992); Maloche – nicht Mildtätigkeit. Ostjüdische Arbeiter in Deutschland 1914-1923 (1995); Der ewige Judenhass (2000); Oskar Cohn. Ein Sozialist und Zionist (2002); Eduard Bernstein-Edition (2004); Briefwechsel Arnold Zweig/Ruth Klinger (2005); Ostjuden im Ruhrgebiet (2011); 

Heid schreibt für u.a.: Süddeutsche Zeitung; DIE ZEIT; Die Welt; Der Freitag; Jüdische Allgemeine; Tachles (Zürich). Er ist Mitherausgeber der Judacia-Reihe des Campus-Verlages Frankfurt.



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