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Vorankündigung | Sonntag, der 27. Januar 2019 | Uhrzeit folgt

Halina Birenbaum - Die Schriftstellerin berichtet aus ihrem (Über-) Leben und ihrem dichterischen Werk

Halina Birenbaum – Schriftstellerin, Dichterin und Übersetzerin – 1929 in
Warschau geboren, überlebte Auschwitz und die Schrecken des Holocaust und
war am Ende des Zweiten Weltkrieges gerade 15 Jahre alt.

Sie kehrt nach Warschau zurück und findet dort ihren Bruder, den einzigen
Überlebenden ihrer Familie. Der Kontakt zu einer Kibbuzgruppe, die sich auf
die Ausreise nach Palästina vorbereitet, führt Halina Birenbaum über einen
mehrmonatigen Aufenthalt in Deutschland nach Paris, wo sie zunächst zögert,
den eingeschlagenen Weg fortzusetzen; schließlich emigriert sie 1947 nach
Israel.

Der Anfang in Israel ist hart, die Realität im Kibbuz entspricht nicht
ihren Erwartungen; während der Aufbaujahre unter Kriegsbedingungen ist
außerdem niemand an den Erfahrungen während ihrer Leidenszeit in den
Konzentrationslagern interessiert. In mehrerlei Hinsicht enttäuscht,
versucht Halina Birenbaum, inzwischen verheiratet, sich im Süden Tel Avivs
eine neue Existenz aufzubauen. Zwei Söhne wachsen dort zunächst unter
schwierigen Bedingungen auf. Schließlich findet die Familie eine gesicherte
Existenz in Herzlia, der Partnerstadt von Marl.

Mitte der sechziger Jahre erscheint ihr erstes Buch „ Die Hoffnung stirbt
zuletzt“, in ihrer Muttersprache polnisch, es folgen schnell die englische
und deutsche Übersetzung des Buches. Das Leben und der Tod in der
Besatzungszeit, das Martyrium der polnischen Juden in den Ghettos und in
den Konzentrationslagern bilden das Hauptthema von Prosa und Dichtung
Halina Birenbaums.

1986 kehrt sie erstmals nach Auschwitz zurück, in den folgenden Jahren
werden ihre Besuche in Polen häufiger; als Zeitzeugin arbeitet sie mit den
pädagogischen Mitarbeitern in Auschwitz zusammen. Seit einiger Zeit nimmt
sie die Aufgabe der Sprecherin des Komitees der Auschwitz-Überlebenden
wahr.

Der ersten Reise nach Deutschland 1989 folgen viele weitere, besonders auch
an den Schulen in der Partnerstadt Marl, denn ihre Erfahrungen möchte sie
besonders an junge Menschen weiterzugeben. Im Mittelpunkt ihrer Erzählungen
steht der Überlebenskampf im Warschauer Ghetto und in Auschwitz. Diese Orte
nehmen in den Veranstaltungen mit Halina Birenbaum ebenso konkrete Gestalt
an, wie die in den Vernichtungslagern ermordeten Angehörigen ihrer Familie.

Am 27.1.2015 hielt Halina Birenbaum als Ehrengast und Sprecherin der
Holocaustüberlebenden eine international viel beachtete und gewürdigte Rede
zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz auf der großen
internationalen Gedenkveranstaltung auf dem ehemaligen Gelände des
Konzentrations-lagers Auschwitz.

Den Opfern ein Gesicht zu geben, ist das zentrale Ziel von Halina
Birenbaum. Ihre Berichte, ihre Antworten auf viele Fragen, die – vor allem
mit Blick auf die in ihren Unterarm eintätowierte Nummer – nicht einfach zu
stellen sind, lassen die Vergangenheit auf eine Weise lebendig erscheinen,
wie es nur durch Zeitzeugen möglich ist. Gleichzeitig überzeugt diese
kleine energische Frau in ihrem Überlebensmut und ihrem Willen zur
Verständigung – übrigens auch im Hinblick auf das Zusammenleben von
Israelis und Palästinensern.

Anlässlich des internationalen Holocaust Gedenktages freuen die NS-Dokumentationsstelle und der Villa Merländer eV sich sehr, die Auschwitz-Überlebenden in den Räumen der Villa Merländer begrüßen zu dürfen. Wir bedanken uns, dass Frau Birenbaum bereit ist, Ihre Erinnerungen mit uns
zu teilen.


Hinweise

Wir freuen uns über alle BesucherInnen der Villa Merländer. Leider ist jedoch das Platzangebot begrenzt. Wer an einer Veranstaltung sicher teilnehmen möchte, sollte einen Platz reservieren und ihn dann auch 15 Minuten vor Beginn der Veranstaltung einnehmen. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Reservierungen

Per Telefon (02151) 503553 (Anrufbeantworter) nehmen wir gerne Ihre Reservierungswünsche an. Bitte geben Sie dabei unbedingt Ihren Namen und Ihre Telefonnummer an, damit zurückgerufen werden kann, falls doch schon alle Plätze belegt sein sollten. Anrufe werden ansonsten jedoch grundsätzlich nicht bestätigt.

Reservierungen per E-Mail richten Sie bitte an ns-doku(at)krefeld.de. Dort erhalten Sie auch eine Bestätigung.

Lehrerfortbildung

In Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit bieten wir Fortbildungen für LehrerInnen an!
Anmeldung erforderlich:

Per Telefon (02151) 862703 oder per E-Mail ns-doku(at)krefeld.de