Die Reste der Eisenbahnbrücke bei Wesel

Bei Wesel führte seit 1874 eine Eisenbahnbrücke über den Rhein. Diese Brücke aus Stahl und Ziegelsteinen war fast zwei Kilometer lang. Für die damalige Zeit war sie ein technisches Meisterwerk. Ihren Bau verdankte sie militärischen Gründen: Truppen sollten aus dem Inneren des Deutschen Reiches möglichst schnell an den Niederrhein gebracht werden können.

Verkehrstechnisch wurde eine Eisenbahnbrücke zwischen Venlo und Hamburg nicht wirklich gebraucht. So wurde der Betrieb zwischen Venlo und Geldern mangels Fracht und Passagieren nach dem Ersten Weltkrieg eingestellt.

Wichtig wurde die Brücke im März 1945. Sie war eine der letzten Rückzugswege für die Reste der deutschen Truppen auf der linken Rheinseite. Zugleich war sie für die Alliierten ein wichtiges Ziel. Wäre die Brücke in ihre Hände gefallen, hätte sie die Rheinquerung erleichtert. Die Deutschen verhinderten dies. Sie sprengten das imposante Bauwerk am 10. März 1945.

Alter Brückenturm auf dem rechten Rheinufer
Blick von der Niederrheinbrücke in Richtung Norden (alte Eisenbahnbrücke)

Anschrift:
Rheinpromenade/ Fischertorstraße (Nähe Hausnummer 3)
46483 Wesel
bzw. Straßenbrücke Wesel (Niederrheinbrücke)

Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Vom Bahnhof Wesel sind es 30 Minuten Fußweg zur Rheinpromenade. Die Strecke lässt sich mit den Bus-Linien SB 6, 37, 67, 68, 83 bis "Großer Markt" um 15 Minuten abkürzen.
Der Verein Historischer Schienenverkehr Wesel bietet in den Sommermonaten Fahrten mit historischen Fahrzeugen an, www.hsw-wesel.de

Öffnungszeit:
Die Reste der Brücke stehen im öffentlichen Raum und sind jederzeit anzusehen.


Sehenswert in der Nachbarschaft:

Zitadelle
Im 18. Jahrhundert wurde Wesel preußische Festungsstadt. Immer noch eindrucksvolle Reste der lange abgebrochenen Festungsmauern sieht man, wenn man von der Rheinbrücke in die Stadt kommt.

Willibrordi-Dom
Über dem Portal an der Längsseite zum Platz ist eine Figur von Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Preußen ("Der Große Kurfürst"), an der Straßenseite eine von Kaiser Wilhelm I angebracht. Beide sind Hinweise auf die Bedeutung, die die Zugehörigkeit zu Preußen für Wesel hatte.
Der Dom hat begrenzte Öffnungszeiten. Auskunft bei www.kirche-wesel.de/

Schill-Denkmal
Auf den Lippewiesen steht ein Denkmal aus dem Jahr 1835, das aus französischen Kanonenkugeln gegossen wurde. Der Entwurf stammt von dem berühmten Baumeister Karl Friedrich Schinkel. (Ziel: Schillwiese).
Wer mehr über den Hintergrund wissen will, kann in der Zitadelle in den "Schill-Kasematten" nachforschen. Die Öffnungszeiten am besten vorher beim Stadtmuseum nachfragen: staedtischesmuseum(at)wesel.de oder Tel. 0281/2032351.