Straelen-Herongen: Der Hangar als Skelett

In der Nähe der vielbefahrenen Landstraße zwischen Straelen-Herongen und Nettetal ragen gebogene Stahlträger in die Luft . Sie erinnern unwillkürlich an das Skelett eines gestrandeten Wals. Tatsächlich handelt es sich um die Reste eines Hangars. In ihm waren während des 2. Weltkrieges deutsche Kampfflugzeuge, so genannte Nachjäger, untergebracht. Die Halle ist heute ein Denkmal, weil man an ihr die für 1940 sehr moderne Konstruktion noch gut erkennen kann.

Damals wurde im Auftrag der Luftwaffe ein riesiger Flughafen mit mindestens hundert Gebäuden, Verbindungsstraßen und Rollfeldern angelegt. Er war speziell für nächtliche Flüge eingerichtet, weil die aus Richtung Westen anfliegenden alliierten Flugzeuge meist des Nachts angriffen.

Vom deutschen Militär wurde der Flughafen im September 1944 aufgegeben. Nachdem die Alliierten den Fliegerhorts noch kurze Zeit genutzt hatten, ist der Flugbetrieb wieder auf zivile Maße geschrumpft. Im Naturschutzgebiet "Grote Heide" starten und landen seit 1945 nur noch Segelflieger.

Detailfoto des Hangars

Anschrift:
in der Nähe der B 221
Leuther Landstr. (bei Nummer 12)
47638 Straelen-Herongen

Wegbeschreibung vom Parkplatz des Bundeswehrdepots:
Vom Eingangstor hält man sich auf einem Fußweg zwischen den Zäunen in Richtung Norden. Wenn der Zaun rechts aufhört, geht man weiter bis ein kleiner Trampelpfad nach rechts abzweigt. Von hier sollte man den Hangar bereits sehen.

Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
aussichtslos.

Fahrrad-Tipp:
Vom Bahnhof in Venlo zum Tower am Postweg (Höhe Stalbergweg) und an dem Segelfluggelände entlang bis zum Mahnmal der Stille (Abstecher zum Hangar Richtung Norden) und auf der Niederrhein-Route über Schloss Krickenbeck und Hinsbeck zum Bahnhof Grefrath. Grenzübergreifend nützlich: www.radroutenplaner.nrw.de
 
Öffnungszeit:
Kann jederzeit besucht werden.


Empfehlungen in der Nachbarschaft:
Neben dem Hangar gibt es noch weitere Überreste des Fliegerhorstes im Wald zu entdecken. Auf niederländischer Seite steht noch der alte Tower des Flughafens. Seit 2008 erinnert das "Mahnmal der Stille" auf der Grenze bei Tor 9 mit einer Freiluft-Ausstellung an die Vergangenheit. Der Förderverein Ehemaliger Fliegerhorst Venlo bietet regelmäßig geführte Rundgänge an: www.fliegerhorst-venlo.net/

In Straelen-Herongen wurde die Offiziersunterkunft des Flughafens nach dem Krieg in ein Landschulheim für Krefelder Grundschulkinder umgebaut. Die Gebäudenamen Krähennest, Bienenstock, Greifenhorst erinnern an diesen Teil der Geschichte. Seit 1987 ist das Heim nach dem jüdischen Kinderarzt Dr. Kurt (Isidor) Hirschfelder benannt:  www.schullandheim-herongen.de

Eine "Gurkentruppe" ganz anderer Art hat einen Sitz in Straelen-Herongen. Bei Feinkost Kühne ist Samstagvormittags Fabrikverkauf.