Lomm: Das Kreuz am Wald

Wir stehen vor einem Kreuz mit einer Christusfigur, einem Symbol für Schmerz und Leid. Es verweist auf eine Geschichte, die sich nicht nur hier abspielte, sondern in fast allen Gemeinden in Nord-Limburg, sofern sie in der Nähe der Maas liegen. Sie handelt von Flucht und Vertreibung.

Das Kreuz wurde von den Bürgerinnen und Bürgen des Dorfes Lomm aufgestellt. Sie waren dankbar, dass sie unversehrt zurückkommen konnten. Die "Grüne Polizei", die deutsche Ordnungspolizei in den Niederlanden, hatte sie aus ihren Häusern vertrieben. Angeblich war es für die Dorfbewohner im Januar 1945 zu gefährlich geworden, als die Maas zum Kampfgebiet zu werden drohte.

Pferde durften nicht mitgenommen werden und Autos fuhren schon lange nicht mehr, weil es kein Benzin gab. Für die Einwohner von Lomm bedeutete das einen Gepäckmarsch von elf Kilometern in sibirischer Kälte über die Grenze in Richtung Straelen. Sie zogen den Hanikerweg entlang, wo heute das Hochkreuz steht.

Der Fall Lomm zeigt, dass die systematische Evakuierung der Maas-Anlieger nicht vollständig mit der Bahn vorgenommen wurde. Mitunter mussten die Vertriebenen tagelang auf ihren Transport warten, selbst wenn dieser in Viehwagen vonstatten ging. Die Züge wurden über deutsches Territorium in die noch immer von den Deutschen besetzten nördlichen Niederlande geleitet. Die Limburger erhielten dort den Status "kriegsbedingter Flüchtling".

Glücklicherweise war der Krieg auch dort so schnell zu Ende, dass die meisten Flüchtlinge innerhalb eines halben Jahres nach Hause zurück gelangten. Der Wiederaufbau konnte beginnen.

Anschrift:
Das Kreuz steht am Hanikerweg (5943 NB) in Lomm, also zwischen Lomm und Hanik.

Für Autofahrer:

Von der A 67 nimmt man die Abfahrt 40 (Velden). Danach fährt man auf der N271 Richtung Arcen. Direkt hinter Lomm kann man rechts in den Hanikerweg einfahren. Das Kreuz kommt nach wenigen Minuten auf der rechten Seite.     

Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Das Kreuz ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur mit einiger Mühe zu erreichen. Man kann von Venlo aus den Bus 83 (Novia) in Richtung Nimwegen nehmen und an der Haltestelle Veer in der Nähe von Lottum aussteigen. Von hier aus läuft man eine gute halbe Stunde.   

Fahrrad-Tipp:
Lomm am nächsten ist der Knotenpunkt 92 (Fähre Lomm – Lottum). Das Kreuz ist von dort aus gesehen im Südosten. Um die N271 zu meiden, fährt man am besten durch die Ortschaft Lomm. Einen direkten Weg gibt es nicht.

Öffnungszeiten:
Das Denkmal ist frei zugänglich.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung:
Die Ortschaft Lomm wurde im Mittelalter gegründet. Von alten Zeiten kündet noch das Haus "De Spyker" aus dem Jahre 1626. Es kann nur von außen angesehen werden.

Mit der Fähre kommt man nach Lottum, dem "Rosendorf". In dieser Gegend werden 70% der niederländischen Rosen gezüchtet. Alle zwei Jahre (2012, 2014, …) findet im August ein Rosenfestival statt (www.rozendorp.nl - auch auf deutsch). Im Internet-Angebot findet sich eine Radroute durch die Rosenfelder, empfehlenswert von Juni bis September.

Die Route schließt die Bauernschaft Houthuizen eine. Dort gibt es eine Kapelle, die von den Einwohnern gebaut wurde, weil es hier im 2. Weltkrieg keine Kriegsopfer gab.

In Lottum steht die in einem Landschaftsschutzgebiet eingebettete Wasserburg "De Borggraaf". Sie gehört zu den wenigen Herrenhäusern, die einigermaßen unbeschadet durch den Zweiten Weltkrieg gekommen sind. Eine Besichtigung der Innenräume ist nicht möglich.