Gennep: Die Brücke über die Maas

Wir stehen auf der Maasbrücke von Gennep. Diese Brücke gibt es erst seit 1955. An dieser Stelle befand sich früher eine einspurige Brücke der Boxteler Bahn von 1874. Um die Eisenbahnbrücke herum geschahen während des deutschen Überfalls auf die Niederlande abenteuerliche Dinge.

In der Nacht vom 9. auf den 10. Mai überschritten deutsche Truppen die Grenze. Vielerorts bemerkte man das erst zu spät. Eigentlich waren die Niederländer schon auf einen deutschen Angriff vorbereitet. Man hatte die wichtigsten Brücken des Landes mit Sprengladungen versehen. Allerdings wollte man mit dem Sprengen bis zum letzten Moment warten. Außerdem gab es an jeder Brücke Wachposten.

Der Posten hier an der Brücke von Gennep wurde durch einen Telefonanruf gewarnt. Aber gerade als er eintraf, näherten sich Soldaten in niederländischen Uniformen. Es war ein deutsches Sonderkommando. Nach einem kleinen Scharmützel wurde der Posten überwältigt. Mit derselben List kamen die Deutschen durch eine auf der anderen Seite der Brücke eingerichtete Sperre. Das geschah gerade rechtzeitig, um einen Panzerzug und einen Truppen- und Materialzug durchzulassen.

Deswegen wurde die Brücke von Gennep eine der wenigen Brücken, die 1940 nicht von den Niederländern gesprengt wurden. Sie wurde schließlich von der Wehmacht zerstört. 1944 sollte verhindert werden, dass die Alliierten den Übergang in umgekehrter Richtung nutzen konnten.

Anschrift:
Die heutige Brücke im Verlauf der Kreisstraße N264 führt zwischen Gennep und Oeffelt über die Maas.

Für Autofahrer:
Die N264 verbindet die A50 bei Uden und die N271 bei Gennep. Auf der Höhe von Haps gibt es eine Straße, auf der man zur A17 (Venlo – Nimwegen) kommt.     

Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Montags bis Freitags fährt ein Nachbarschaftsbus (238) von der Bahnstation Boxmeer in Richtung Grave und ein Linienbus (93) nach Gennep. Samstags und Sonntags fährt nur der Linienbus.   

Fahrrad-Tipp:
Gennep kann man auch mit der Fahrradfähre "De Maascruiser" erreichen. Der Landeplatz liegt am Ende der Veerstraat. Wenn man sich an dem System der Fahrradknotenpunkte orientiert, finden sich zwischen den Knotenpunkten 27 und 25 Wegweiser nach Gennep.


Öffnungszeiten:
Die Brücke ist jederzeit zugänglich.  
Sehenswürdigkeiten in der Umgebung:
Die Lok 94 1640, eine deutsche Lokomotive aus dem Jahr 1923, erinnert symbolisch an die glorreichen Zeiten der "Boxeler Bahn“ (“Duitse Lijnte"), als der Zugverkehr zwischen London und St. Petersburg durch Gennep rauschte. Man sieht sie, wenn man von der Brücke aus der Straße in Richtung Osten folgt, nach etwa einem Kilometer rechts. Von den "Blauen Brabantern" ("Blauwe Brabanders"), den schweren Loks für den Fernverkehr aus Manchester, sind keine Exemplare übrig.

Der alte Stadtkern von Gennep ist für einen kleinen Spaziergang gut. Das Rathaus stammt immerhin aus dem 17. Jahrhundert.

An der Mündung der Niers in die Maas, nördlich der Ortschaft Gennep, befanden sich eine Burg und eine Festungsanlage, das "Genneperhuis". Hier soll zwischen 1080 und 1085 Norbert von Xanten geboren sein.