Baarlo: Das Denkmal des Partisanenlagers

Während des Krieges war der niederländische Widerstand gegen die deutsche Besatzung immer stärker geworden. Am Ende wurden Abteilungen der Widerstandsorganisation KP nach Venlo geschickt. Sie warteten hier in relativer Sicherheit auf den Abwurf von Waffen durch alliierte Flugzeuge.

Einige der Männer hatten auf einem Bauernhof bei Baarlo Unterkunft gefunden. Der Zufall spielte ihnen vier deutsche Soldaten in die Hände, die eigentlich nur Äpfel hatten kaufen wollen. Stattdessen wurden sie nun überwältigt und gefangen genommen. Die Widerstandsgruppe hatte damit zwar dringend benötigte Waffen erobert, sich aber gleichzeitig die Verantwortung für die Kriegsgefangenen aufgeladen.

Die Zahl der Kriegsgefangenen wuchs in kurzer Zeit. Sie mussten ernährt und obendrein untergebracht werden. Für ’s erste musste ein Hühnerstall im Wald von Baarlo reichen. Rundherum entstand das erste Waldlager. Aber als die Gruppe auf etwa fünfzehn Partisanen und dreißig Gefangene angewachsen war, musste man einige Kilometer weiter nach Süden, auf eine Koppel, umziehen.

Unterdessen arbeitete man bei Baarlo an einem unterirdischen Versteck, das bald bezogen werden konnte. Es bestand aus zwei kleinen Räumen, einem für die Kriegsgefangenen und einem für die Bewacher. Die Verhältnisse waren erbärmlich. Es war schmutzig und es stank. Nach ein paar Tagen war es kaum noch auszuhalten.

Britische Soldaten übernahmen am 19. November die Kriegsgefangenen. Das war das Ende des Partisanenlagers im Wald.

Anschrift:
Der Gedenkstein steht im Wald in der Nähe der Ortschaft Kessel. Eine Hausnummer gibt es nicht. Er ist aber auf topografischen Karten zu finden.

Für Autofahrer:
Von der Autobahn A73 Richtung Roermond nimmt man hinter Venlo die Ausfahrt 14 (Maasbree). Hinter der Ausfahrt geht es rechts nach Baarloo. Die Straße heißt Napoleonsbaan (N273). In Baarlo hält man sich in Richtung Kessel. Noch bevor man den Ort erreicht, fährt man rechts auf den Middenpeelweg (N277). Innerhalb der nächsten 100 Meter kommt ein Abzweig auf eine kleinere Straße (Donk). Dieser folgten Sie etwa einen Kilometer, bis Sie sich an einer Gabelung links halten müssen. Dort gelangt man an den Waldrand, wo sich eine Hinweistafel befindet. Von dort aus ist es ein kurzer Fußweg zum Gedenkstein (geradeaus, einen größeren Waldweg queren, nach links Ausschau halten).    

Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Vom Bahnhof Venlo kann man mit dem Bus 77 (Veolia) Richtung Rooermond fahren. Die Haltestelle in Kessel heißt "Hout". Von hier gelangt man in etwa 20 bis 30 Minuten zum Gedenkstein. Das ist schon eine kleine Wanderung.

Fahrrad-Tipp:
Der Gedenkstein befindet sich in einem Radius von 5 Minuten des Knotenpunktes 55 in dem Fahrradroutennetzwerk "Land van Peel en Maas".  

Öffnungszeiten:

Der Stein steht im öffentlichen Raum und ist jederzeit zugänglich.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung:
In Baarlo gibt es Herrenhäuser/Schlösser verschiedener Epochen. Einige sind zu besichtigen.
Fotogallerie: www.niederrhein-maas.de

Zu den Schlössern gibt es auch eine Radroute. Sie ist überschaubare 25 Kilometer lang und beginnt am Marktplatz von Baarlo. Beschreibung beim VVV Baarlo, Markt 21, Tel. 0031-77-4773666 oder über Anfrage bei baarlo(at)vvvnoordlimburg.nl

In der Nähe des Luxushotels "Chateau De Raay", in der ehemaligen Orangerie ist ein Kunstzentrum, das am Wochenende in der Regel von14 bis 17 Uhr geöffnet ist. Die dort ausgestellten Kunstwerke vorbesichtigen: www.artcenterderaay.nl

Das Nobel-Restaurant im Wintergarten des Chateaus wird allgemein empfohlen. Nachmittags wird hier ein „High Tea“ angeboten. Gerade für deutsche Verhältnisse ist das Preisniveau allerdings recht gehoben.

Der Bildhauer Shinkichi Tajiri, der mehrfach auf der Dokumenta ausgestellt hat, wählte Baarlo als seinen letzten Wohnort: www.shinkichi-tajiri.com