Afferden: Die Schlossruine Bleijenbeek

Obwohl viele Niederländer jenseits der großen Flüsse andere Erwartungen hatten, kamen die Alliierten im Herbst und Winter 1944/45 nur stockend voran – wenn überhaupt. Ursache waren Nässe und Kälte. Die relative Ruhe an der niederländischen Front gab den Alliierten die Gelegenheit, ihre Streitkräfte zu verstärken. Danach wurde am 8. Februar 1945 auf breiter Front eine Offensive in Richtung Rheinland begonnen. Ziel war es, den strategisch wichtigen Rhein zu erreichen. Für die Deutschen war der Rhein schon immer eine natürliche Verteidigungslinie gewesen. Außerdem war der Rhein eine unentbehrliche Transportroute für die deutsche Kriegsindustrie.

Die Frontlinie der Alliierten war über 100 Kilometer lang. Im Norden kämpften die Briten und die Kanadier und mehr in Richtung Süd-Limburg waren es die Amerikaner. Zu den britischen Truppen gehörte die 52. schottische Division, die ihren Weg über das Dorf Afferden nahm. Es war von den Einwohnern vollständig geräumt worden. Aber inzwischen hatten sich deutsche Fallschirmjäger in der Nähe verschanzt und so gab es aus dem Schloss Bleijenbeek unerwartet heftigen Widerstand.

Die schottischen Soldaten schafften es selbst mit der Hilfe von Panzern nicht, die deutschen Fallschirmjäger aus dem Schloss zu vertreiben. Mehr noch, sie mussten sich selbst zurückziehen und neu formieren. Man beschloss, um Unterstützung aus der Luft zu bitten. Typhoon-Jagdbomber verwandelten das alte Schloss mit 22 schnell aufeinanderfolgenden Volltreffern in einen Trümmerhaufen. Der Widerstand war gebrochen. Aber bis auf den heutigen Tag ist die Ruine von Schloss Bleijenbeek ein Erinnerungszeichen für die enormen Kriegsschäden gerade in dieser Region.

Die Schlossruine Bleijenbeek

Anschrift:
Die Schlossruine Bleijenbeek steht an der Straße zwischen Afferden und Siebengewald.
Bleijenbeek (ohne Hausnummer)
5851EE Afferden (Gemeinde Bergen)

Für Autofahrer:
Auf der A77 nehmen Sie die Ausfahrt 2 (Gennep) Hinter dem Abzweig fahren Sie auf der N271 in Richtung Venlo. Nach rund 4 Kilometern geht rechts der Eckeltsedijk ab. Nach ungefähr 2,5 Kilometern sehen Sie auf der linken Seite eine kleine Kapelle stehen. Dort geht es rechts ab. Zwischen den Bäumen auf der rechten Seite sollte dann die Ruine auftauchen.

Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Mit dem Zug kann man nach Boxmeer fahren. Von dort geht es mit dem Rufbus weiter. Dazu wählt man die Nummer 0900-0699. Der Rufbus bringt einen dann zur Ruine, allerdings muss man mit einer Stunde Wartezeit rechnen.

Man kann sich in Boxmeer auch ein Fahrrad mieten und mit einer Fähre über die Maas übersetzen, um nach Afferden zu kommen. Die Strecke ist ungefähr sechs Kilometer lang.

Fahrrad-Tipp:
Nord-Limburg ist wegen der Maasdünen für Radtouristen eine tolle Gegend. Das wellige Gelände fällt zur Maas hin ganz sacht ab, so dass man sich nicht groß anstrengen muss. Die Fahrradroute des ANWW rund um Afferden hat einen maximalen Höhenunterschied von 20 Metern.
In Afferden kann man sich beim Fahrradhändler ein Rad leihen.


Sehenswürdigkeiten in der Umgebung:
Die Maasdünen sind ein Nationalpark mit einer ungewöhnlichen Heidelandschaft und vielen seltenen Tieren. Das Naturschutzzentrum bei Afferden (Activiteitencentrum De Zevenboom, Kapelstraat 71) ist Ausgangspunkt für naturkundlich geführte Wanderungen. Kalender auf:
www.np-demaasduinen.nl