Das Mahnmal im Grenzwald (Lüsekamp)

Im Grenzwald zwischen Niederkrüchten und Roermond wiederholt sich seit zwei Jahrzehnten jedes Jahr um Weihnachten die gleiche Szene. Deutsche und Niederländer treffen sich zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung. Sie erinnern daran, dass in der Nähe des Gedenksteins am 26. und 27. Dezember 1944 deutsche Soldaten insgesamt vierzehn Männer aus Roermond erschossen haben. Es handelte sich um zwölf Niederländer, einen Deutschen und einen Polen. Den Opfern im Alter zwischen 16 und 48 Jahren war kein Verbrechen vorzuwerfen. Die meisten hatten nur versucht, sich zu verstecken, weil sie nicht kurz vor dem Kriegsende noch zur Zwangsarbeit in Deutschland herangezogen werden wollten.

Die Männer wurden jedoch verraten. Ein deutsches Standgericht machte ihnen unter Vorsitz des Abschnittskommandanten Major Ulrich Matthaeas den Prozess. Bei der Verhandlung gab es keine Verteidiger und nur eine Strafe: Tod durch die Kugel. Obwohl es wiederholt Bemühungen gab, Major Matthaeas für diesen im Wortsinne kurzen Prozess – vom Prozessbeginn bis zu den Todesurteilen dauerte es ganze 75 Minuten - zur Rechenschaft zu ziehen, kam er ungestraft davon. Als er nämlich 1977 endlich angeklagt werden sollte, hätte man ihn nur wegen Totschlags belangen können. Weil Totschlag inzwischen verjährt war, wurde das Verfahren gegen ihn eingestellt.

Text der Gedenktafel

Anschrift des nächsten Parkplatzes:
beim Landhotel Cox, Maalbroek 102, 6042 Roermond, NL

Wegbeschreibung:
Links neben dem Hotel führt auf der deutschen Seite ein Wanderweg in den Wald. Auf einem Wegweiser steht: "Mahnmal Lüsekamp" 500m. Linker Hand kommt nach etwa 10 Minuten eine große Lichtung, an deren Rand der Gedenkstein steht.

Das Mahnmal ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zu erreichen.

Für Radwanderer:
Das Mahnmal liegt südlich des Knotenpunktes 90.

Sehens- und Wissenswertes in der Nachbarschaft:

Der Elpmter Wald war an seiner Westseite Teil einer deutschen Rückzugslinie, noch vor dem eigentlichen Westwall. Das Gelände steigt hier gegenüber dem Maastal etwas an. Die Wiesen im Tal boten freies Schussfeld. Der Wald stellte einen gewissen Schutz dar. Noch heute sind im Wald Reste von Beton-Ringständen, Erdstellungen und ein System von Laufgräben und Panzergräben erkennbar, auch direkt in der Nachbarschaft des Mahnmals.
Informationen und Karten siehe: www.7grad.org

Das Naturschutzgebiet Lüsekamp ist Teil des großen Naturparks Schwalm-Nette. Hier gibt es besonders viele verschiedene Tiere und Pflanzen, weil es von trockenen Sandflächen bis zu feuchten Mooren so viele Lebensräume gibt. Weitere Informationen finden sich z. B. in der Burg Brüggen. www.npsn.de

Auch geologisch tut sich was: am 13. April 1992 um 3:20 Uhr erschütterte ein Beben mit der Stärke 5,9 auf der Richterskala das Grenzgebiet. Das Zentrum lag in der Nähe: 4 km südwestlich von Roermond. http://www.gd.nrw.de