Das Bronzerelief von Bert Gerresheim an der Marienbasilika

Das Bronzerelief "Kevelaerer Apokalypse" über dem Hauptportal der Marienbasilika wurde im Jahr 2002 geweiht. Fünf Jahre hatte es gebraucht, bis ein Entwurf des aus Düsseldorf stammenden Künstlers Bert Gerresheim verwirklicht war. In dieser Zeit musste der Freundeskreis der Marienstadt Kevelaer vor allem das Geld für das Kunstwerk zusammenbekommen, das an den Jahrtausendwechsel erinnern sollte.
Von der ersten Idee bis zum Festakt war es für den Künstler ein langer Weg. Er hatte vorgeschlagen, in dem Monumentalwerk ein in der Geschichte bereits häufig dargestelltes Thema - das Ende von Zeit und Welt - in einer modernen Form umzusetzen. Wie schon an den Portalen romanischer und gotischer Kirchen werden Heilige und Sünder zu dem letzten Richterspruch gerufen. Bei Gerresheim sind viele von Ihnen als Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts identifizierbar, so zum Beispiel Mutter Theresa und Edith Stein, aber auch Adolf Hitler oder Joseph Stalin. Osama bin Laden wurde nach dem Anschlag vom 11. September 2001 auf das World Trade Center hinzugefügt.

Jede der 260 Figuren wurde von Bert Gerresheim in Wachs vorgebildet und in ein Modell des Reliefs eingepasst. Figuren und Einzelteile ließ er in Bronze gießen, danach wurden sie zu dem Ganzen zusammengefügt. Die technischen Probleme fünf Tonnen Bronze sicher an der Fassade anzubringen, schienen zeitweise unlösbar. Doch künden sie nun schon seit fast zehn Jahren vom Ende aller Zeiten, das für den einzelnen Menschen immer nah ist.

Staatsverbrecher des 20. Jahrhunderts

Anschrift:
Kapellenplatz (Marienbasilika)
47623 Kevelaer

Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Vom Bahnhof Kevelaer sind es etwa 15 Fuß-Minuten bis zum Kapellenplatz – wenn man sich den Besuch in einer der überaus attraktiven Konditoreien für den Rückweg vorbehält.

Für Autofahrer/innen:

Die Basilika liegt in einer Fußgängerzone. Ein Parkplatz ist ganz in der Nähe: P An der Basilika. Während der großen Pilgerfahrten empfiehlt sich ein Ausweichen auf die größeren Parkplätze am Bahnhof.

Öffnungszeit:
Das Relief ist Teil der Außenfassade und damit jederzeit zu sehen. In den Abendstunden ist es beleuchtet. Die Scheinwerfer sind so gesetzt, dass sie dem Werk eine zusätzliche Gliederung geben.
Auf dem Platz steht in der Nähe der Gnadenkapelle ein Fernrohr, mit dem man die Details besser sehen kann.

Extra-Tipp: Eigenes Fernglas mitbringen!

Am Schriftenstand in der Basilika (im Durchgang an der Sakristei) liegt ein Faltblatt aus, das Erläuterungen zum Relief enthält. Zu den Öffnungszeiten am Nachmittag bekommt man es auch in der Galerie Janssen (Busmannstraße 2/Kapellenplatz).


Sehenswert in der Nachbarschaft:

Das Relief ist nur eine von über fünfzig Arbeiten Bert Gerresheims für Kevelaer. Über das Verkehrsbüro können Gruppen einen geführten Rundgang zum Thema „Bert Gerresheim in Kevelaer“ buchen, siehe www.kevelaer.de

Größte Sehenswürdigkeit Kevelaers ist eine kleine barocke Kapelle (1654) mit einem noch älteren Kupferstich, der eine trostspendende Muttergottes zeigt. Für gläubige Katholiken kann dieses Marienbild Wunder bewirken. Es ist die Grundlage der Wallfahrt nach Kevelaer und Ziel von mehr als einer Million Pilgern im Jahr. Das kleine Kevelaer ist damit der größte Wallfahrtsort im nordwestlichen Europa.

Nicht nur, aber auch für Kinder interessant ist eine Spielzeugsammlung im Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte, www.niederrheinisches-museum-kevelaer.de