Kempen: Der jüdische Friedhof

Der jüdische Friedhof in Kempen wurde im Jahr 1809 angelegt. Damals gab es eine jüdische Gemeinde, die aus 32 Personen bestand. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden es immer mehr, so dass es notwendig wurde eine eigene Synagoge zu bauen. Auch eine jüdische Schule wurde gegründet.

Besonders eine Familie, die Kounens, spielten in Kempen eine wichtige Rolle. Isaak Kounen war ein reicher Seidenfabrikant. Er war gleichzeitig Vorsteher der Gemeinde und Mitglied des Stadtrates. Für seine Familie stellten die Steinmetze die größten Grabsteine auf. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die jüdische Gemeinde in Kempen wieder kleiner, zunächst durch freiwillige Abwanderung. Während der NS-Zeit wurden die Kempener Juden deportiert und die meisten ermordet.

Bemerkenswert ist ein neues Grab. Es ist das von Kurt Mendel. Er überlebte die Verfolgung und kehrte an den Niederrhein zurück. An Max Mendel, der im KZ Auschwitz starb, erinnert seit kurzem ein kleiner Stein.

Gedenken an Max Mendel im April 2010

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Die ehemalige Synagoge in Issum

Anschrift:
Grünkesweg / Ecke Breslauer Straße
47906 Kempen

Für Autofahrer:
Die Zufahrt ist nicht von der Oedter Straße, sondern nur durch das Wohngebiet möglich. Einen Extra-Parkplatz gibt es nicht.

Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Vom Bahnhof Kempen fährt die Buslinie 066 in Richtung Süchteln / Busbahnhof die Haltestellen Lindenweg und Lingen an, der Grünkesweg liegt ungefähr in der Mitte. Unter der Woche gibt es immerhin einen Stundentakt (XX:01 Uhr).

Fahrrad-Tipp:
Der Verbindungsweg 94 der Niederrheinroute von Süchteln nach Kempen führt fast am Friedhof vorbei.

Öffnungszeit:
Der Friedhof ist geschlossen. Absprachen mit dem Friedhofsamt Kempen sind jedoch möglich: Tel 02151-917-0.


Empfehlungen in der Nachbarschaft:

Einen historischen Stadtrundgang durch das mittelalterliche Kempen kann man individuell entlang einer beschilderten Route machen. Der Anfang ist am Kuhtor. Siehe www.kempen.de

Die Probsteikirche St. Mariae Geburt birgt reihenweise Kunstschätze, z. B. Schnitzaltäre aus dem 16. Jahrhundert. Material für einen Rundgang steht unter www.st-mariae-geburt-kempen.de/unsere-kirchen/st-marien.html, unregelmäßige Öffnungszeiten auf der Homepage der Kirchengemeinde vorher prüfen.

In der Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters ist das Museum für Niederrheinische Sakralkunst untergebracht. Es lohnt sich, dort mal ein Konzert zu hören und die schöne Umgebung auf sich wirken zu lassen. Termine bei
www.kemkla.de