Filmreihe NS –DOKUMENTATIONSSTELLE der Stadt Krefeld in der Villa Merländer

Sieben Film-Abende: 11.09. - 02.12. 2019

„Kino in der Villa“ geht weiter! Die NS-Dokumentationsstelle in der Villa Merländer hat vom September bis Dezember 2019 wieder die beliebte Filmreihe im Veranstaltungsprogramm.

Der Eintritt ist jeweils frei, das Haus freut sich über Spenden. Um Voranmeldung unter ns-doku(at)krefeld.de wird gebeten.

Das diesjährige Thema der Filmreihe sind „unbequeme und vergessene Opfergruppen“, die gesellschaftlich wenig bedacht werden. Anhand von Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen, Diskussionen mit Filmschaffenden und Betroffenen, sind zu sieben Terminen sehr unterschiedliche Filme zu sehen.

11. September 2019, 19.30 Uhr
GEFANGEN UND DANN – ANDRÉ, RENÉ, LAURENT AUF DEN SPUREN FRANZÖSISCHER KRIEGSGEFANGENER.
Dokumentarfilm von Annelie Klother und Walter Kropp. Drei Franzosen in deutscher Kriegsgefangenschaft – ihre Kinder und Enkel erzählen 70 Jahre danach von ihnen. Die Dokumentarfilmer sind anwesend, ebenso Dr. Ingrid Schupetta, die über ein Krefelder Beispiel einer französischen Zwangsarbeiterin berichten wird.

1. Oktober 2019, 19.30 Uhr
DIE KÖCHIN DES KOMMANDANTEN
Ein Film von Karen Strobel und Christina Stihler. Eine Geschichte und zwei Wege: Zwei Menschen, die sich in Mannheim einst kannten, begegnen sich 1942 im KZ Auschwitz wieder: Rudolf Höß, der Kommandant, und Sophie Stippel, die Bibelforscherin (Zeugin Jehovas), die als KZ-Gefangene nun im Haushalt des Kommandanten arbeiten muss. Karen Strobel, Mitarbeiterin des NS-Dokumentationszentrums MARCHIVUM Mannheim, welches den Film produziert hat, wird eine Einführung geben.

10. Oktober 2019, 19.30 Uhr
» À CEUX QUI VIENNENT APRÈS NOUS « („AN DIE, DIE NACH UNS KOMMEN“) – ÜBER DIE VERGESSENEN JUDEN VON KOVEL
Dokumentarfilm von Eve Buchwald. Kovel, eine mittelgroße Stadt in der Ukraine – mehr als die Hälfte ihrer Bürger*innen wurde während des Zweiten Weltkriegs umgebracht. Siebzig Jahre nach dem Ende des Holocausts begab sich die Französin Eve Buchwald nach Kovel, woher ihre Mutter stammte. Der Film zeigt ihre Reise in die Vergangenheit. Heute gibt es auf den ersten Blick keine Zeugnisse der Gräueltaten in der NS-Zeit, ebenso wenige über die Juden, die einst dort lebten. Hat Kovel „seine Juden“ vergessen?

21. Oktober 2019, 19.30 Uhr
DIE FREIHEIT DES ERZÄHLENS – DAS LEBEN DES GAD BECK
Dokumentarfilm von Carsten Does und Robin Cackett. Gad Beck war 19 Jahre alt, als seine große Liebe Manfred Lewin nach Auschwitz deportiert wurde. Als „jüdischer Mischling“ wurde Beck 1943 in dem Berliner Sammellager Rosenstraße interniert und nach den einzigartigen Protesten nichtjüdischer Angehöriger wieder freigelassen. Während der letzten beiden Kriegsjahre organisierte er das Überleben zahlreicher im Untergrund lebender Juden. Ein Film über alltäglichen Heldenmut und homosexuelle Liebe in einer mörderischen Zeit. Die Autoren werden anwesend sein.

7. November 2019, 19.30 Uhr
KICHKA. LIFE IS A CARTOON.
Dokumentarfilm von Jürgen Kaumkötter, basierend auf der Graphic Novel „Second Generation. Was ich meinem Vater nie gesagt habe.“ von Michel Kichka. Thema der deutsch-polnischen Koproduktion ist die Beziehung zwischen Michel Kichka und seinem Vater, einem Opfer und Zeitzeugen des Holocaust. Der Film zeigt die Auswirkungen der Shoah auf eine Familie. Trotz – oder gerade wegen dieses erschütternden Bezugs – ist er voller Leichtigkeit, Zuneigung und Hoffnung. Der Produzent Jürgen Kaumkötter wird bei der Veranstaltung anwesend sein.

21. November 2019, 19.30 Uhr
SPIELZEUGLAND
Von Alexander Freydank, 2009 mit einem Oscar als bester Kurzfilm ausgezeichnet.
Der Film erzählt von einer Mutter, die verzweifelt auf der Suche nach ihrem Sohn Heinrich ist, der möglicherweise mit den jüdischen Nachbarn in ein Konzentrationslager gebracht wurde. Seine Mutter hatte ihrem Sohn zuvor erzählt, dass die Silbersteins in das Spielzeugland fahren würde, in das er unbedingt mitfahren wollte. Der Regisseur wird bei der Veranstaltung anwesend sein.

2. Dezember 2019, 19.30 Uhr

PIZZA IN AUSCHWITZ
Eine Dokumentation des israelischen Filmemachers Moshe Zimmerman. Sie schildert eine Reise in die Vergangenheit aus der Sicht des 74-jährige Danny Chanoch, der Auschwitz überlebt hat. Nach langen Überlegungen tritt er nun mit seinen Kinder Miri und Sagi eine Reise an, um gemeinsam mit ihnen die Schauplätze seiner verlorenen Kindheit aufzusuchen. In Auschwitz will Danny einen Wunsch verwirklichen, den er schon sein ganzes Leben lang hegt. Er möchte mit seinen Kindern eine Nacht auf seiner alten Pritsche in seiner alten Baracke verbringen.

NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld in der Villa Merländer Friedrich-Ebert-Str. 42, 47799 Krefeld, www.villamerlaender.de


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