Ihre Spenden für das Linner Synagogenfenster

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld im November 2011 sammelt der Villa Merländer e.V. nun Spendengelder, um eine Reproduktion eines Fensters der alten Linner Synagoge anfertigen zu lassen. Die Kopie soll ihren Platz in der ständigen Ausstellung der Villa Merländer bekommen.

 

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Original des Fensters – heute in der Synagoge an der Wiedstraße, Krefeld

Die Kosten für die Anfertigung der Kopie belaufen sich auf etwa 3.000 Euro, so dass eine Verwirklichung dieser „Fenster-Idee“ in absehbarer Zeit und mithilfe Ihrer Sepnde realistisch erscheint.

Spendenkonto:

Villa Merländer e.V.
Konto Nummer 348250
Sparkasse Krefeld [BLZ 32050000]
Stichwort: Spende Synagogenfenster

Der Villa Merländer e.V. kann auf Wunsch (bei Beträgen über 100 Euro) Spendenbescheinigungen für das Finanzamt ausstellen. Dazu muss der Verein die Spenderanschrift wissen – auf dem Kontoauszug der Bank steht sie nicht! Bitte bei Bedarf also zusätzlich angeben. - Vorausgefüllte Überweisungsträger liegen in der Villa Merländer bereit.

Vielen Dank schon an dieser Stelle allen Spenderinnen und Spendern!

 

Geschichte

 In der Linner Synagoge haben sich vor ihrer Zerstörung 1938 nach der mündlichen Überlieferung mindestens drei ähnliche bunte Glasfenster befunden. Unterlagen oder Fotos gibt es allerdings nicht.

Nach Augenzeugenberichten soll der damalige Ortsgruppenleiter der NSDAP in Linn im Zuge des Novemberpogroms veranlasst haben, dass die dekorativen Fenster sichergestellt wurden. Die Synagoge wurde seinerzeit vollständig abgetragen. Ob der Nazi an eine spätere Verwendung der Fenster dachte – keines ist mit religiösen Symbolen versehen – weiß man nicht.

Die Fenster wurden jedenfalls in einem Keller unter einem Hofgebäude in der Rheinbabenstraße 138-142, nicht weit vom Ort des Geschehens, untergestellt. Dort wurden sie vergessen. 1976 entrümpelte ein neuer Mieter den Keller. Dabei stieß er auf die Fenster und erkundigte sich nach ihrer Herkunft.

Es dauerte dann noch mal zehn Jahre, bis sie den Weg in öffentliches Eigentum fanden. Ein Fenster ging in das Museum Burg Linn, ein weiteres wurde der Stadt zur Verfügung gestellt und ein drittes war so stark beschädigt, dass man es auffaltete und überlegte, ob man die Scherben vielleicht zur Reparatur der anderen Fenster benutzen könnte.

Das zweite Fenster wurde aufwändig restauriert und bereits 1991 in der Villa Merländer eingebaut. Dort war es bis 2008 Teil der Ständigen Ausstellung. Damals wurde dieses Original für den Neubau der Krefelder Synagoge an der Wiedstraße reklamiert und deshalb dem ursprünglichen Eigentümer, der jüdischen Gemeinde, zurückgegeben.

In der Villa Merländer hinterließ die Rückgabe eine Lücke, die nun 2012 mit einer Reproduktion gefüllt werden soll. Das reproduzierte Fenster soll dort wieder die Blütezeit der Krefelder Jüdischen Gemeinde im 19. Jahrhundert versinnbildlichen.