Venray: Das ehemalige Krankenhaus St. Anna
Vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges gab es in Venray zwei große psychiatrische Anstalten: Sint Servaas (St. Servatius) für männliche und Sint Anna (St. Anna) für weibliche Patienten.

Am 30. September fielen alliierte Bomben auf Venray. Aus Angst, dass es weitere Angriffe geben könnte, wurden alle Patienten in den Kohlenkellern untergebracht. Tatsächlich wurde das Bombardement in den folgenden Tagen fortgesetzt. Deswegen blieben die Menschen so viel wie möglich in den schützenden Kellern. Da diese nicht als Schutzräume ausgebaut waren, wurde die hygienische Situation schnell kritisch, selbst wenn das Pflegepersonal sein möglichstes tat.
Am 16. Oktober gab es den letzten schweren Artilleriebeschuss. Innerhalb von knapp vier Stunden wurden 15.000 britische Granaten auf Venray abgefeuert. Einer der Menschen, die damals im Keller saßen, beschrieb die Situation: „Die ganze Zeit über gab es gleichzeitig verschiedene Explosionen. Wir bekamen keine Atempause. Man hörte ständig dumpfe Einschläge, einen richtigen Granatenhagel.“
Im Laufe dieses Tages kamen erste Briten nach St. Anna. Erst da erfuhren sie, dass sich hier gar keine deutschen Soldaten aufhielten, sondern niederländische Psychiatrie-Patienten. Rechnet man die Flüchtlinge aus der Umgebung hinzu, suchten insgesamt 4.000 Menschen Zuflucht in den Krankenhauskellern. Weil Venray Kampfzone blieb, wurden die Bewohner von den Befreiern evakuiert. Darunter waren auch die Patientinnen und Patienten, die neunzehn Tage in den Kohlenkellern verbracht hatten.
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