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Ewald Mataré
Ewald Mataré wurde 1887 in Aachen geboren. Seine Mutter Elisabeth Mataré förderte die künstlerische Begabung ihres jüngsten Sohnes — selbst als dieses zu Lasten seiner schulischen Leistungen ging. Er verließ das Gymnasium in der 9. Klasse, ohne einen förmlichen Abschluss.
Stattdessen bekam er privaten Kunstunterricht. In dem Jahr in dem sein Lehrer starb, siedelte Ewald Mataré nach Berlin über. Von 1907 bis in die Jahre des Ersten Weltkrieges studierte er Malerei an der Akademie der Bildenden Künste. Kurzzeitig wurde er Meisterschüler bei dem heute noch bekannten Lovis Corinth. 1916 sollte der junge Mann Soldat werden, entzog sich aber, indem er keine Nahrung mehr zu sich nahm. Wegen des Untergewichts wurde er als "unbrauchbar" entlassen. Es heißt, dass Mataré Pazifist war und den Krieg als sinnlos ansah. Gleichzeitig habe er seine Altersgenossen wegen ihres kriegerischen Mutes bewundert.
Nach dem Ersten Weltkrieg schloss sich Mataré der Künstlervereinigung "Novembergruppe" an, die eine revolutionäre Veränderung der Kunst und der Künstlerausbildung forderte. Die meisten Maler in der Gruppe waren Expressionisten.
In den 1920er Jahren lebte Mataré mit wechselndem Erfolg als Freiberufler. 1925 unternahm er eine Studienreise nach Italien, wo ihn die Gemälde des Renaissance-Malers Giotto stark beeindruckten. Sie wurden Vorbilder für seine religiösen Arbeiten. Mataré entwickelte sich von der Malerei fort in Richtung Holzschnitt und Bildhauerei. Als Auftragsarbeiten entwarf er mehrere Kriegerdenkmale.
1932 erhielt der Künstler einen Ruf als Professor an die Kunstakademie in Düsseldorf. Er zog mit seiner Familie nach Meerbusch-Büderich. Als akademischer Lehrer wurde Mataré Kollege von Heinrich Campendonk und Paul Klee. Doch noch vor dem Ablauf seines befristeten Vertrages ereilte ihn die Kündigung. Die neuen Machthaber warfen ihm kommunistische und gar anarchistische Umtriebe vor, wobei die Mitgliedschaft in der Novembergruppe schon ausreichend war.
Im Rahmen der Ausstellung "Entartete Kunst" in München wurde 1937auch eine Mataré-Arbeit gezeigt. Eine Bronze-Katze, die aus der National-Galerie in Berlin beschlagnahmt worden war, stand in dem Raum "Verhöhnung der deutschen Frau. Ideal: Kretin und Hure". Damit waren die Verhältnisse restlos klargestellt. Die NS-Zeit überstand Mataré als freier Künstler. Einzelne Aufträge, vor allem von Kirchengemeinden, hielten ihn und die Familie über Wasser.
Als 1945 die Kunstakademie in Düsseldorf neu gegründet wurde, war Mataré zur Stelle. Seine radikalen Ideen zum Lehrbetrieb fanden zwar keine Zustimmung, aber seine Qualitäten als Lehrer. Sein Atelier in Büderich wurde ein Treffpunkt der Mataré-Studenten. Zu seinen Schülern zählten Joseph Beuys und Erwin Heerich. Ewald Mataré lehrte bis 1957 an der Akademie.
In seinem letzten Lebensabschnitt schuf er zahlreiche Werke, die sich heute noch im öffentlichen Raum befinden. Bekannt sind vor allem die Türen für das Südportal des Kölner Doms. Nur Experten kennen seine kleineren Arbeiten — wie zum Beispiel die Türen der Alten Kirche in Krefeld.
Ewald Mataré starb 1965. Sein Grab ist an prominenter Stelle auf dem Friedhof in Meerbusch-Büderich zu besuchen. |